Habt Ihr Sicherheitsbedenken?

Berichterstattung vs. unsere Erfahrungen

Wenn Ihr diesen Artikel lest, seid Ihr sicher darauf gestoßen…  auf den Malediven ist der Notstand ausgerufen worden und auch schon vorher gab es Berichte in den Social Networks, in der Presse und auch beim Auswärtigen Amt von Sicherheitsbedenken bzw. Reisewarnungen für Aufenthalte auf der maledivischen Hauptstadt-Insel Malé. Was es damit auf sich hat und wie (un-)sicher die Malediven samt Malé wirklich sind, erklären wir Euch in diesem Artikel.

Der Ausnahmezustand

Momentan herrscht auf den Malediven Ausnahmezustand. Ein gewaltiges Wort, viele verbinden damit Strassensperren, bewaffnete Patrouillen, Ausgangsverbot in den Nachtstunden und andere Horrorszenarien. Dies trifft jedoch auf die Malediven überhaupt gar nicht zu. Wir waren in den letzten Zeit mehrfach in Hauptstadt Malé und wenn wir von der Situation nichts gewußt hätten, wäre es uns nicht mal aufgefallen. Es gibt derzeit zu den Wochenenden (Do-Sa) eine höhere Wahrscheinlichkeit von Protesten der Opposition. Häufig werden dabei Beteiligte verhaftet und es kommt zu Handgreiflichkeiten zwischen der Polizei und den Demonstranten.

Was genau sind denn die Bedenken?

Der Ursprung dieser Warnungen findet sich auf der Seite des Deutschen Auswärtigen Amtes. Dieses hat unter dem Punkt “Reise- und Sicherheitshinweise” für die Malediven folgendes geschrieben:

“Seit Anfang Februar 2018 kommt es in der Hauptstadt Malé zu Demonstrationen mit vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, Präsident Yameen hat am 5. Februar 2018 den Notstand ausgerufen, der die Bürgerrechte erheblich einschränkt und mit erweiterten Befugnissen für Sicherheitskräfte einhergeht.
Aufgrund der nicht absehbaren Entwicklung der angespannten politischen Lage wird Reisenden empfohlen, die Medienberichterstattung zu verfolgen, besonders vorsichtig zu sein und von nicht notwendigen Reisen nach Malé derzeit abzusehen. Menschenansammlungen und Demonstrationen sollten gemieden und die Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt befolgt werden…”

Des Weiteren steht dort:

“Die Kriminalität (u. a. Messerstechereien), ausgehend von Angehörigen rivalisierender Jugendbanden, hat in Malé nach Regierungsangaben in der letzten Zeit zugenommen. Bei Besuchen in der Hauptstadt wird grundsätzlich zu besonderer Vorsicht geraten, vor allem in den Abendstunden und bei Dunkelheit.”

Andere Quellen bezeichnen die Malediven sogar als “Terroristenheimat” mit einer hohen Anzahl an IS-Sympathisanten.

Doch was genau heißt das?

Ja, es gibt auf den Malediven innenpolitische Spannungen. Und ja, es kam deshalb in den letzten Jahren auch zu wenigen Demonstrationen, die leider auch mit gewalttätigen Auseinandersetzungen einhergingen. Genauso wie bei Demos in Europa sind die Gemüter meist schon im Vorfeld leicht erhitzt und so kann es auch schnell zu Eskalationen kommen. Und da sich das politische Leben auf Malé konzentriert, beschränken sich solche Vorkommnisse nun mal auf die Hauptstadt .

Und Punkt 2? Leider müssen wir auch hier bestätigen, dass es solche Banden in Malé geben soll. Wir wissen von Übergriffen solcher Gruppierungen, welche sich jedoch ausschließlich gegen die eigene Bevölkerung richten. Angriffe solcher Art auf Touristen oder Expats (ein auf den Malediven arbeitender Europäer, Inder etc.) sind uns nicht bekannt.

Zu guter Letzt: Das Thema Terror… Wie überall auf der Welt – übrigens auch in Deutschland – gibt es leider auch auf den Malediven Menschen, die leicht manipulierbar sind und sich durch schlechten Einfluss auf den falschen Weg in Richtung IS bringen lassen. Meist betrifft dies junge, oft auch drogenabhängige, klein-kriminelle Männer, die ohne Job und Perspektive zu leichten Opfern falscher Ideologien werden. Wir möchten an dieser Stelle unbedingt betonen, dass der Islamismus nicht mit dem Islam an sich gleich gesetzt werden darf. Denn… Ja, die Malediver sind zu 100 % muslimisch, doch das heißt nicht, dass sie alle potenzielle Terroristen sind und uns Touristen nicht willkommen heißen würden… im Gegenteil 🙂

Muss man sich also von Malé fern halten oder Angst haben?

Direkt vor Ort zu sein bietet immer die beste Grundlage für eine zuverlässige Einschätzung. Ihr seid also bei uns genau richtig, denn wir sind schließlich regelmäßig, mehrmals im Jahr auf den Malediven. Neben unseren Reisen quer durchs Land, auf Einheimischen- sowie Resort Inseln, verbringen wir bei jeder Reise auch immer ein paar Tage in der Hauptstadt Malé. Unter anderem besuchen wir dort Freunde und Bekannte, von denen die meisten – Malediver sowie Europäer – in dieser Stadt wohnen.

Durch diese Vielzahl an Erlebnissen, immer wieder neuen Bekanntschaften und Eindrücken glauben wir, euch durchaus ein realistisches Bild von der momentanen Situation auf den Malediven wiedergeben zu können.

Wir und viele andere Menschen fühlen uns in Malé vollkommen sicher und laufen auch im Dunkeln ohne jegliche Angst durch die Stadt. Natürlich sollte man wie in jeder größeren Stadt speziell in der Nacht kleine, dunkle Gassen meiden. Außerdem bitten wir Euch folgende einfache Regeln zu beachten: Fotografiert auf den Malediven bitte keine Soldaten oder Polizisten, und speziell in Malé auch keine Polizei- oder Regierungsgebäude. So seid Ihr auf der sicheren Seite und geht von vornherein Ärger geboren aus uns fremden Empfindlichkeiten aus dem Weg.

Und sollte der wirklich sehr unwahrscheinliche Fall eintreffen und Ihr Zeuge einer Demonstration werden: Beobachtet diese bitte nur aus der Ferne oder geht einfach zügig daran vorbei. Macht davon bitte auch keine Fotos und befolgt gegebenen Falls die Anweisungen des Sicherheitspersonals. Doch wir können Euch beruhigen… schließlich sind wir, so oft wir auch in Male unterwegs sind, noch nie in eine solche Situation geraten.

Unsere Schlussfolgerung

Unserer Meinung nach ist ein Aufenthalt in Malé und erst recht auf den restlichen Malediven nicht gefährlicher, als ein Urlaub in irgendeinem anderen Land. Im Gegenteil die Abgeschiedenheit der einzelnen Inseln macht diese eher noch sicherer. Selbst Diebstähle kommen in den kleinen Dörfern der einheimischen Inseln und Resorts so gut wie nie vor.

Und selbst wenn doch, ist der Täter ganz schnell gefasst. Denn niemand kann unbemerkt ein Resort verlassen. Und auf den Local Islands? Auf vielen der kleinen Inseln gibt es nicht einmal eine Polizeistation… Man lebt dort nämlich so ruhig, dass es sich dort einfach nicht rechtfertigen lässt, Beamte fürs rumsitzen und nichts tun zu bezahlen. Da kennt ja auch jeder jeden und wer will schon bei einem ganzen Dorf oder Atoll in Ungnade fallen.

Und was ist jetzt mit der Hauptstadt? Seid Ihr auf aber dem Weg zu einer einheimischen Insel, ist es schon eher wahrscheinlich, dass Euch Eure Reise über Malé führt. Die günstigen Fähren und auch die meisten Speedboote machen sich nämlich von Malé aus auf den Weg ins Landesinnere.

Im Gegensatz dazu werdet Ihr als Resort Urlauber höchstwahrscheinlich nie auch nur einen Fuß auf Malé setzen, da Ihr nämlich direkt vom Flughafen Hulhulé zu Eurer Insel gebracht werdet und das gleiche auch wieder zurück. Ihr hättet höchstens die Chance (sollte Eure Insel nahe bei Malé sein) in Zusammenhang mit einer Island-Hopping-Tour zum Sightseeing oder Shopping vorbei zu schauen.

Was die kleine Insel Hauptstadt Malé alles zu bieten hat, lest Ihr in unseren Artikel: Ohne Malé fehlt uns was

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