Ein Tauchgang, bei dem wir nur im Kreis tauchen durften

Credits to Rimi Rasheed

Eine Runde Sache – Tauchen im Kreis

Wir waren gerade mit Freunden auf einer Hotel-Insel im Süd-Male Atoll im Urlaub, als uns unser alter Freund und Manager der dortigen Tauchbasis Sendi kontaktierte. Er bot uns allen einen kostenlosen Tauchausflug an… und versprach uns ein einmaliges Erlebnis. Wir müssten uns lediglich einen ganzen Tag dafür frei halten. Da auch unsere Freunde sofort neugierig waren, sagten wir vier spontan zu… wir hatten aber nur wage Infos erhalten und keine Vorstellung von dem was uns erwarten würde 🙂

Ja, auch wir sind früher gerne zum relaxen auf eine Hotel-Insel gefahren… und waren wir beide erst mal auf so einer Insel, bekam man uns von selbiger so schnell auch nicht wieder runter. Teils war das die Lethargie, welche ein entspannter Maledivenurlaub so mit sich bringt, teils mangelt es einen auch einfach an entsprechenden Möglichkeiten. Doch nun waren wir auf einen Tagesausflug mit kostenlosem Tauchgang eingeladen.

Unsere Gruppe bestand aus ein paar Tauchern und so ziemlich allen Angestellten der auf der Insel ansässigen Tauchschule. Das Wetter war perfekt… strahlend blauer Himmel und ruhige See. Für maledivische Verhältnisse schon recht zeitig, brach das Dhoni in Richtung Norden auf. Unser Ziel… die großen Lagune nahe Embudu Village und dem Taj Exotica Resort & Spa. Die Fahrt dorthin dauerte knapp 3 Stunden, während welcher wir die Aussicht auf die vorbeiziehenden Inseln, das Meer und den unendlichen Horizont genossen.

Kaum ankommen legte ein Speedboot längsseits an und Sendi begrüßte uns wie immer sehr herzlich. Nun endlich rückte er mit der Sprache raus und wir erfuhren den Grund unseres Ausflugs. Es war “World Diabetic Day” und die Diabetes Society of Maldives hatte sich für diesen Tag etwas ganz Besonderes ausgedacht…  in der riesigen Lagune sollten über 300 Taucher, die aus allen Teilen der Malediven angereist waren, 3 gigantische Kreise bilden, diese Kreise sollten zusammen das Unite for Diabetes Logo nachstellen. Wow…das klingt spannend, aber wir haben keine Ahnung wie das ablaufen soll.

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Die Orientierung unter Wasser ist generell schon recht schwierig. Die Sichtweiten liegen etwa bei 10-15 Metern… wie sollen hunderte Taucher sich nun im Wasser exakt so anordnen, dass auch noch 3 kreisförmige Gebilde  entstehen? Alles scheint perfekt organisiert… Immer mehr Boote erreichen die Lagune und werden vom Orga-Speedboot eingewiesen. Mit lautstarken Megafonen ertönen Regieanweisungen… es kommt Bewegung in die Boote. Die vielen Taucher machen sich fertig, legen ihre Ausrüstungen an… überall zischen Pressluftflaschen, die Buddyteams geben sich ein letztes OK über Wasser und schon sind auch wir im Wasser und wie aus Zauberhand finden wir unseren Weg zu der Stelle, wo wir nun abtauchen sollen.

In tagelanger Arbeit hat das Team der Organisatoren farbige Bleistücke kreisförmig versenkt. Die 3 unterschiedlichen Farben bezeichnen die 3 Kreise. Wir müssen uns auf die blauen Markierungen konzentrieren.  Wir sind Bestandteil des äußeren Kreises… die vielen hundert Taucher finden nun alle ihre Markierungen und warten auf der Oberfläche auf das finale Zeichen zum Abtauchen. Immer wieder überfliegt uns eine Drohne, um das gigantische Spektakel aus der Luft aufzunehmen. Nur so kann man die Dimension dieses Ereignisses auch dokumentieren.

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Da kommt es nun… das Zeichen zum Abtauchen! Es zischt aus hunderten Inflatoren und die Luft entweicht aus unseren Jackets, die uns das Schwimmen an der Oberfläche ermöglichen und während des Tauchen die perfekte Balance zwischen Auf- und Abtrieb gewährleisten. Die Lagune ist nicht tief und schon in etwas 3 Metern erreichen wir den Boden. Überall wird Sand aufgewirbelt und die Sichtweite verschlechtert sich zunehmend von vorher 15 bis auf nun etwa 5 Meter. Es sollte unter Wasser noch ein Zeichen gegeben werden…ein Startschuss. Denn wir sollten nicht nur an einer Stelle verharren, sondern drei drehende Kreise bilden und jeder davon sollte sich in entgegengesetzte Richtung bewegen. Das Zeichen blieb jedoch aus, trotzdem setzen wir uns alle plötzlich in Bewegung. Es ist schwer zu beschreiben, die Taucher unter den Lesern werden sicher denken… was für ein Chaos das gewesen sein muss… aber alle waren sehr diszipliniert und orientieren sich am Vordermann. Auch konnten wir die Taucher aus dem neben uns liegenden Kreis deutlich erkennen… und so schwammen wir in Formation und konnten im Wasser irgendwie nicht glauben, dass das Ergebnis den Wünschen der Veranstalter entsprechen würde. Aber die Bilder sind der Beweis… und wir waren mit dabei. 🙂

Zum Abschluss ging es nicht etwa einfach zurück zu unseren Booten… das wäre die einfache Übung gewesen…nein, jeder Taucher sollte nun auf den Steg des Taj Exotica kommen und dort seine Ausrüstung ablegen. Es bildete sich nun ein lange Schlange, denn nur eine Treppe ermöglichte jedem nacheinander den Ausstieg. Nach langem Warten waren nun auch wir an der Reihe und durften uns, des nun langsam schwer gewordenen Tauchequipments  entledigen. Es wurden nun viele Hände geschüttelt und jedes Team erhielt eine Urkunde für die Teilnahme an dieser Aktion. Auch trafen wir alte Freunde wieder, die wir lange nicht gesehen hatten… doch leider war die Zeit zu kurz und das Treiben auf dem engen Steg viel zu hektisch, dass wir hätten lange miteinander sprechen können. Es wurden einige Bilder gemacht und der eine oder andere durch vor Ort vertretende Medien interviewt. Letztlich verging dieser Tag wie im Fluge und wir mussten schon wieder die Rückreise antreten. Begleitet von einem herrlichen Sonnenuntergang, machte sich unser Dhoni auf uns sicher zurück zu bringen…

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